Definitionen Standortmanagement Projektentwicklung

Published on August 8th, 2013 | by PM United

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Standortmanagement bei der Projektentwicklung

Das Wort Standortmanagement ist nicht definiert. Es wird in verschiedenen Zusammenhängen verwendet, z.B. in der Immobilienwirtschaft, bei Projekten zur Regional- und Infrastrukturentwicklung, als Führungsinstrument für einen Industrie- oder Technologiestandort, im Rahmen von Maßnahmen zur Wirtschaftsförderung oder im Sinne des Marketings für einen Ort.

Standortmanagement beschreibt meist das aktive Gestalten und Managen eines Standortes für einen bestimmten Zweck. Im Rahmen von Immobilienprojektentwicklungen werden Standorte verändert. Sofern vorhanden ist deshalb das zuständige Standortmanagement einzubinden. Das ist jedoch selten der Fall. Um den gewissen Charakter einer Lage zu erhalten oder einen beabsichtigten Charakter zu erzeugen, sollten Projektentwickler und Projektmanager deshalb selbst die Wechselwirkungen zwischen Bauvorhaben und Standortveränderung im Fokus haben.

Standortbewertung

Zum Standortmanagement im Rahmen von Immobilienprojektentwicklungen gehört die Bewertung eines Standortes auf zwei Ebenen. Die eine bildet die Stadt bzw. Gemeinde (Makro), die andere ist das Grundstück selbst (Mikro).

Harte Standortfaktoren Makroebene

1. Geografische Gegebenheiten

– Lage der Stadt
– Nachbarstädte
– Einbindung in (Metropol-) Regionen
– Stadtentwicklung und Siedlungsstruktur

2. Infrastruktur

– Bus, Bahn, Flughafen, Autobahn
– Öffentlicher Personennahverkehr

3. Wirtschaftskraft

– Ansässige Industrie-, Gewerbe- , Dienstleistungsunternehmen
– Bildungseinrichtungen
– Arbeitslosenquote
– Pendlerzahlen
– Steueraufkommen
– Medizinische Versorgung

Harte Standortfaktoren Mikroebene

1. Grundstück

– Lage in der Stadt
– Besonderheiten (wie Seeblick, Parkanlagen, Sehenswürdigkeiten)
– Größe und Zuschnitt
– Bodenbeschaffenheit
– Bebaubarkeit gemäß Bebauungsplan
– Städtische Vorgaben zu Nutzung, Architektur, Versorgung etc.

2. Verkehrstechnische Grundstückserschließung

– Anfahrbarkeit
– Interne Wege
– Parkplätze
– Verkehrsfrequenz

3. Umfeld

– Art und Größe der Bebauung
– Infrastruktur
– Umfeldnutzung
– Gastronomie, Einzelhandel, Dienstleister, Ärzte, Schulen
– Passantenaufkommen

Weiche Standortfaktoren Makroebene

1. Soziodemografische Daten

– Bevölkerungsstruktur und demografische Entwicklung
– Ausländeranteil
– Einkommen
– Kaufkraft
– Bildungsniveau

2. Wirtschaftsklima

– Stadtimage
– Politische Situation
– Behördenarbeit, insbesondere Genehmigungspraxis
– Kultur- und Freizeitangebote

Weiche Standortfaktoren Mikroebene

1. Soziales Umfeld

– Wohnbevölkerung
– Altersverteilung
– Ausländeranteil im Quartier
– Auffälligkeiten (Pendler, Schüler etc.)

2. Standortimage

– Attraktivität der Adresse
– Aufenthaltsqualität
– Kultur- und Freizeitangebote der Umgebung
– Sauberkeit
– Grünanlagen

Nach einer umfassenden Bewertung werden Stärken und Schwächen eines Standortes ermittelt. Daraus leiten sich die Chancen und Risiken ab, die im Rahmen des Standortmanagements gestaltet werden müssen.

Standortmanagement schafft Impulse für die Entwicklung einer Region

Beispielsweise kann eine Standortbewertung ergeben, dass sich eine Industriebrache eignet um ein Gründerzentrum zu etablieren. Das Standortmanagement hat nun konkret die Aufgabe, die Projektbeteiligten an einen Tisch zu holen, von den Möglichkeiten zu überzeugen, die Umsetzung zu begleiten und den Standort aktiv zu vermarkten. Dadurch werden deutliche Impulse für die Wirtschaft gesetzt.

Für Investoren sind verlässliche Rahmenbedingungen und definierte Zeiträume von Interesse. Deshalb muss im Rahmen des Standortmanagements ein enger Kontakt zu oder sogar die Mitwirkung der zuständigen Behörden gefördert werden.

Potential noch lange nicht ausgeschöpft

Solch ein proaktives Standortmanagement hat sich noch nicht flächendeckend etabliert. Spezialisierte Unternehmensberatungen bieten u.a. für öffentliche Auftraggeber eine Art „Standortcoaching“ an und begleiten die Projektentwicklung ab deren Beginn. Das kann sich vor allem bei großen, strukturverändernden Maßnahmen bezahlt machen.


About the Author

Andreas ist Betreiber und Gründer von PM United. Aufbauend auf seinen Kernkompetenzen Suchmaschinenoptimierung, Webdesign und Social Media - gehört seine Leidenschaft der Planung, Umsetzung und Steuerung von neuen Projekten.



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