Projektmanagement Cloud

Projektmanagement Cloud

Die Begriffe Cloud-Computing und Projektmanagement Cloud sind in aller Munde. Was ist dran an der Cloud und welches Potenzial besteht hinsichtlich eines Einsatzes im Projektmanagement?

Was bedeutet Cloud Computing?

Im Prinzip handelt es sich um eine Form von Outsourcing. Geschäftliche Tätigkeiten werden an externe Dienstleister im Web, sogenannte Cloud Service Provider (CSP), ausgelagert. Von einzelnen Applikationen über Plattformen bis zu kompletten IT-Infrastrukturen reicht die Palette der Services, welche in der Cloud zur Verfügung gestellt werden können. Je mehr Informations- und Datenaustausch erfolgt, desto effizienter gestaltet sich das Arbeiten aus der Cloud.

Arten von Cloud Computing

Das US-amerikanische National Institute of Standards (NIST) hat drei unterschiedliche Varianten von Cloud-Computing definiert:
IaaS (Infrastructure as a Service)
Der CSP stellt den Nutzungszugang zur Verfügung, für die Software ist jeder Nutzer selbst verantwortlich.
PaaS (Platform as a Service)
Es wird eine Programmierumgebung einschließlich Rechen- und Datenkapazität für Entwicklung und Ausführung von Software zur Verfügung gestellt.
SaaS (Software as a Service)
Der CSP ermöglicht die Nutzung von Anwendungsprogrammen, welche auf seiner Plattform lauffähig sind.

Cloud-Computing im Projektmanagement

Intensiver Informationsaustausch, Koordination von Tätigkeiten sowie permanenter Austausch von Unterlagen kennzeichnen das Projektmanagement, cloud- bzw. webbasierte Lösungen sind daher für diesen Bereich gut geeignet. Die Angebote einzelner Anbieter sollten jedoch gründlich geprüft werden, denn Features wie Berechtigungsprüfung, Mehrprojektfähigkeit, Dokumentenversionierung und Reporterstellung müssen auch in der „Wolke“ zuverlässig funktionieren. Einige Anbieter stellen hier Software-Testversionen bzw. Cloud-Testumgebungen zur Verfügung.

Projektmanagement: Cloud als Performanceturbo – so funktioniert es

Da die externe Datenhaltung am Cloud-Server die Fremdbestimmtheit hinsichtlich der Verfügungsgewalt über unternehmensinterne Daten erhöht, sind Pflichtenkreise wie Verfügbarhaltung der Daten, Datensicherheit und Datenschutz auf den CSP zu übertragen. Dies ist von größter Wichtigkeit für das Projektmanagement, Cloud– bzw. Software-Anbieter sollten diese Punkte daher in den Nutzungsvertrag aufnehmen. Nachstehende Themen sollten vorab geklärt und gegebenenfalls schriftlich geregelt werden:

Organisatorisches:
– Auszulagernde Tätigkeiten bzw. Bereiche
– Anzahl Projektmitarbeiter (Bildschirmarbeitsplätze)
– Anpassungsmöglichkeiten an geänderte Nutzungsbedingungen (z.B. erhöhtes Datenaufkommen)
– Schnittstellen zu internen und externen Mitarbeitern bzw. Partnern
– Erforderliche Zusatzsoftware für Schnittstellen- bzw. Datenanbindung
– FTP-Client für Datentransfer
– Support durch CSP

Kalkulatorisches:
– Geeignete Vertragsmodelle
– Gesamtkosten
– Bindungsfrist
– Kündigungsmöglichkeiten
– Rentabilität des Cloud-Outsourcings durch eventuelle Folgeprojekte

Sicherheit/Recht:
– Rechtssicherer Nutzungsvertrag mit CSP
– Gewährleistung des Schutzes der Daten gegen Verlust oder Beschädigung
– Einhaltung gesetzlicher Datenschutzbestimmungen
– Schutz der Daten vor unbefugtem Zugriff
– Virenschutzmaßnahmen
– Ausfallsicherheit bzw. Systemverfügbarkeit des Cloud-Servers inkl. Notfallkonzept
– Möglichkeit von erhöhten Schutzmaßnahmen für sensible Daten
– Haftung seitens CSP für entstandenen Schaden (CSP-Haftpflichtversicherung)

Die unter „Sicherheit/Recht“ angeführten Punkte entsprechen im Wesentlichen den Empfehlungen des Bundesministeriums für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). In jedem Fall sollte nach Projektabschluss geprüft werden, ob die Cloud als Projektplattform hinsichtlich des Verhältnisses von Aufwand und Nutzen im Vergleich zum Offline-Projektmanagement den Erwartungen entsprochen hat.


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